Offener Treff im Oktober

Offener Treff? Ja, genau, wir haben den Titel unseres monatlichen Treffens geändert. Nun noch offener, noch treffender 🙂
Wenn ihr euch über die besten polnischen Fermentationsprodukte unterhalten möchtet, uns fragen wollt, wann der nächste tolle Kurzfilmabend stattfindet oder uns einfach kennenlernen möchtet – kommt am Dienstag, dem 30. Oktober, vorbei!
Ganz passend geht es diesmal in die Weltwirtschaft in der Schwanthalerstraße 80. Dort findet ihr uns ab 19 Uhr.

Polish Wave – Polnischer Kurzfilmabend

Am Donnerstag, dem 18. Oktober 2018, bringt Ahoj Nachbarn wieder polnische Kurzfilme nach München!

POLISH WAVE ist der Name für die ausländische Edition des SHORT WAVES Festivals. Das Short Waves Festival wird bereits seit 9 Jahren durch die polnische Stiftung Ad Arte (Fundacja Ad Arte) in Posen organisiert und gilt als das wichtigste Festival für neue polnische Kurzfilme. Es findet in über 30 Städten in Polen und ganz Europa statt – darunter auch im München.

Dieses Jahr zeigen wir die POLISH WAVE-Kurzfilme im Salon Irkutsk (Isabellastraße 4), einer unserer Lieblingsbars. Das Filmeschauen kann so also auch mit heißen oder kühlen Getränken verbunden werden 🙂

Wenn ihr euch schon jetzt einen Platz sichern wollt, schreibt uns eine Nachricht per facebook an info@ahojnachbarn.eu.
Tickets: 4€

 

Stammtisch im August

Sommerloch? Nichts los außer am Eisbach rumhängen? Nicht mit uns!
Damit auch im August noch ein bisschen Spannung aufkommt, veranstalten wir diesmal einen Überraschungsstammtisch. Die Zeit – Dienstag, 28. August, 19 Uhr – könnt ihr euch schon einmal vormerken. Den Ort und die Umstände verraten wir zwei Tage vorher, also am Sonntag, dem 26. August.

 

* Tadaa! Es geht ins Bamberger Haus (Brunnerstraße 2) im wunderschönen schattigen Luitpoldpark. Im Biergarten könnt ihr nach den Luftballons Ausschau halten – dort sind wir. Wir freuen uns auf neue und altbekannte Gesichter! *

PS: Wenn ihr einen Vorschlag für eine tolle neue Bar/Kneipe/Restaurant für die nächsten Stammtische habt – schreibt ihn uns doch in den Kommentaren zum nächsten Stammtisch auf Facebook.

Der Man-Booker-Literaturpreis 2018 geht nach Polen! – Lektüreempfehlung „Unrast“ von Olga Tokarczuk

Ihr sucht neuen Lesestoff für den Sommerurlaub? Da hilft Ahoj Nachbarn gern. Eine Empfehlung unserer Literaturkritikerin Iwona:

Dieses Jahr geht der hochdotierte internationale Man-Booker-Literaturpreis nach Polen. Die polnische Autorin Olga Tokarczuk und die US-amerikanische Übersetzerin Jennifer Croft teilen sich die Auszeichnung für den Roman „Bieguni“. Der wichtigste Literaturpreis Großbritanniens prämiert ausländische Werke, die ins Englische übersetzt wurden. Tokarczuk ist die erste Polin, die die renommierte Auszeichnung erhält. Die Jury lobte den „wundervollen Esprit, die Fantasie und die literarische Ausdruckskraft“ wie auch die Ironie der Autorin. Auf Deutsch ist das Buch unter dem Titel «Unrast» erschienen.

Buchcover Unrast (Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2009)

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2009

Ich habe „Unrast“ mehrmals gelesen, weil es kein richtiger Roman ist. Es ist ein sehr originelles und ungewöhnliches Buch, da es nicht eindeutig einem bestimmten literarischen Genre zugeordnet werden kann. Es besteht aus kürzeren und längeren Fragmenten, Essays, Kolumnen, Geschichten, Biographien und Anekdoten.
Im Buch dreht sich alles um das Reisen, aber dabei berührt es auch eine ganze Reihe anderer Aspekte. Es geht auch um Sprache, Liebe, Anatomie, Medizin, Bücher, Wissenschaft und sogar Wachsmodelle. Ich bin überzeugt, dass jeder hier etwas für sich finden kann. Das Buch regt zur Neugier an und und dazu, mehr wissen zu wollen.
Einige im Buch beschriebene Szenen bleiben lange im Kopf und zwingen zum Nachdenken.

Da ist die Geschichte eines Mannes, der seine Frau auf einer Insel verloren hat. Eine junge Frau, die an den Kaiser von Österreich schreibt, mit der Bitte, den Körper ihres Vaters an sie zu übergeben, der nach dem Tod als Wachsfigur öffentlich zur Schau gestellt wurde. Ebenso berührend ist die Geschichte eines allein lebenden Mannes, dem ein Bein amputiert wurde. Diese kleinen Geschichten machen das Buch lesenswert. Durch die Betrachtung verschiedener Aspekte der Reise, nicht nur im Wortsinn, sondern auch im übertragenen Sinne, kann man das Leben und sich selbst aus einer anderen Perspektive betrachten.

Polnisches Buchcover von "Unrast" - Wydawnictwo Literackie

Polnisches Buchcover von „Unrast“ – Wydawnictwo Literackie

Das Buch kann nach dem Zufallsprinzip gelesen werden, es ist durch seinen fragmentarischen Aufbau nicht notwendig, es von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Das ist typisch für die Werke von Olga Tokarczuk. Ich lese sie oft und jedes Mal entdecke ich etwas Neues.

Kurz gesagt: „Unrast“ ist die beste Metapher für unsere moderne Zeit, die ich in der Literatur gefunden habe. Durch das scheinbare Chaos der Form beschreibt Tokarczuk das heutige Leben, die Eile und Informationsflut, mit der wir jeden Tag zu kämpfen haben. Von ganzem Herzen empfehle ich es jedem, dieses Buch zu lesen.